Im Zentrum der Stadt, auf dem historischen Marktplatz, befindet sich das Rathaus, das bereits im 14. Jahrhundert errichtet wurde und bis heute Sitz der Stadtverwaltung ist. Zahlreiche Brände führten im Laufe der Zeit zu baulichen Veränderungen. Während der Residenzzeit schmückten Rokokostuckaturen und eine kunstvoll farbig strukturierte Schieferdeckung die Fassade – ein prachtvoller Anblick, der 1862 einem verheerenden Stadtbrand zum Opfer fiel. Heute zeigt das Rathaus seine charakteristische Gestalt, und am Balkon prangt das geschmiedete, farbig gefasste Stadtwappen, der Brackenkopf.

Der Fäßleseecher im Rathausturm, welcher sich tatsächlich in den Sommermonaten mehrmals täglich bemerkbar macht und spritzfreudig von dort oben aus sein Geschäft verrichtet hat geschichtlichen Hintergrund: Im 19. Jahrhundert spielte das Tuchmacherhandwerk eine wichtige Rolle in der Stadt. Für das Walken der Tuche wurde Ammoniak benötigt, das aus Sparsamkeit aus menschlichem Urin gewonnen wurde. Um immer eine ausreichende Menge davon zu haben, stand in jeder Weberstube ein Fäßchen zum Auffangen des wertvollen Rohstoffes. Ein Brauch, der heute noch humorvoll in Erinnerung gehalten wird.

Der Marktbrunnen wurde 1995 anlässlich des 18. Marktfestes eingeweiht und ist damit ein vergleichsweise junges Gestaltungselement des Platzes. Mit seiner Hundegruppe greift er die Bracke aus dem Stadtwappen auf und erinnert so ebenfalls an ein zentrales heraldisches Symbol der Stadt.

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